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Mitten in Montmartre

Montmartre

Wie soll man Montmartre nennen? Magisch, legendär, mystisch, zauberhaft, überlaufen, original, nostalgisch? Ein bißchen von allem etwas.

Die Tage in Paris um den Jahreswechsel 2003 / 2004 waren meistenteils grau und trüb. Aber als wir Montmartre besuchten, lachte die Sonne von einem blauen Himmel. Und der Blick über Paris war so gut wie selten.

Klar, dass viele Pariser und Touristen, wie wir, die Strassen dieses berühmten Viertels bevölkerten. Vergessen Sie den Eiffelturm, kommen Sie hierher, möchte man sagen.

Und tatsächlich: Kein Monumentalismus, dafür viele kleine Gassen und Winkel. Irgendwie verschlafen und dennoch übersprudelnd vor Leben. Fliegende Händler mit kleinen Eiffeltürmen findet man hier auch nicht.

Dafür Maler am Place du Tertre, die mal schnell ein Porträt von Dir anfertigen. Das ist zwar nicht billig, aber deutlich besser als kleine Eiffeltürme aus Taiwan.

Natürlich - das ist nicht mehr das originale Montmartre, die Künstlerkolonie, die im 19. Jahrhundert aus einem kleinen Dorf am Pariser Ortsrand entstand.

Die rund 30 Mühlen, die einst dem 129m hohen Berg sein Gesicht verliehen haben, sind fast vollständig verschwunden. Wir finden nur eine einzige im oberen Teil der Rue Lepic.

Das italienische Restaurant, das sie heute beherbergt, gehört wohl zu den nobleren seiner Art. Es führt den Traditionsnamen "Moulin de la Galette", obwohl es sich in der benachbarten "Moulin Badet" befindet. Die "Moulin de la Galette" ist heute leider nicht mehr zugänglich. Zu Renoirs Zeiten war das noch anders. In seinem Gemälde "Moulin de la Galette" (heute im Musée d'Orsay) ist eines der vielen Tanzvergnügen festgehalten, die hier stattfanden.

Imposant empfinden wir auch die steile Rue Lepic, jene berühmte Marktstrasse, die sich von der Place de Blanche bis zur Rue des Saules hinaufschlängelt.

Hier findet man noch die vielen kleinen Läden, Obst- und Gemüseläden, Cafés und Restaurants. Eines der seit wenigen Jahren berühmtesten ist das "Café des Deux Moulins". Es spielte eine zentrale Rolle in dem Kinofilm "Die fabelhafte Welt der Amélie".

Wir haben leider Pech, denn das Café ist bei unserem Besuch in ein Baugerüst gehüllt und deswegen nicht wieder zu erkennen.

Unser Fazit: Ein Stück ganz anderes Paris, wenn auch in einigen Teilen extrem überlaufen. Der Balanceakt zwischen Nostalgie und Kitsch ist nicht immer so gut gelungen, aber allemal: Wer nicht am Montmartre war, war nicht in Paris.

  • Stand des Berichtes: Januar 2004
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