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Blick von "Ross Castle" auf den Lough Leane.

Ross Castle

"Ross Castle" liegt auf einer Halbinsel im Lough Leane. Von Killarney aus muss man nur den Schildern folgen, es ist kaum zu verfehlen.

Man kann "Ross Castle" nur innerhalb einer Führung besichtigen. Leider sind Fotos innen nicht erlaubt, deswegen ist unser Material etwas spärlich :-(.

Die Führungen sind englisch. Man bekommt zwar auch eine deutsche Übersetzung in die Hand gedrückt, aber diese besteht nur aus einem Blatt mit kurzer Beschreibung vorne und einer Skizze hinten.

"Ross Castle" ist ein typisches Turmhaus. Wann es genau errichtet wurde ist unbekannt, man geht vom Ende des 15. Jahrhunderts aus. Es wurde im Laufe der Geschichte mehrfach umgebaut, wovon man sich schon im Ausstellungsraum vor Beginn der Führung überzeugen kann.

Erbaut wurde "Ross Castle" von den O'Donoghues, einem Klan, der die Gegend um Killarney beherrschte.

Die O'Donoghues verloren im Zuge eines Aufstandes gegen die englische Krone 1583 ihre Ländereien und diese gingen mitsamt Schloss an einen Donal McCarthy Mór, der es wegen chronischen Geldmangels an Sir Valentine Browne verpfändete. Kurz darauf ging McCarthy pleite und "Ross Castle" ging an Browne über.

Im 17. bis 19. Jahrhundert wurde "Ross Castle" als Militärposten genutzt. Dafür wurde Mitte des 18. Jahrhunderts ein Anbau vorgenommen, der wegen seiner schlechten Statik Schäden am alten Haus verursachte.

Um 1825 wurde die Garnison abgezogen und der damalige Besitzer Lord Kenmare ließ das Dach abbauen, da dann lt. Gesetz keine Steuern mehr fällig waren. So war Ross Castle dem allmählichen Verfall preisgegeben.

Nach einigem Hin und Her und wechselnden Besitzern gehört die Anlage seit 1979 dem Irischen Staat und wurde seither gründlich restauriert.

Der jetzige Zustand entspricht in etwa dem des 16. Jahrhunderts, jedoch finden sich kaum originale Einrichtungsstücke. Zwar stammen die Möbel tatsächlich aus dieser Zeit, sie sind aber von woanders hierher gebracht worden.

Viel Wert legte man auf originalgetreue Rekonstruktion, was an Deckengewölben und einem Fußboden aus Eichenbohlen, die ohne Verwendung von Eisenteilen zusammengefügt wurden, erkennen kann.

"Ross Castle" war auf Verteidigung hin optimiert worden. Die kleinen Fenster, die nie genügend Licht ins Innere ließen, zeugen davon ebenso wie die unregelmäßigen Treppenstufen der schmalen Wendeltreppe, die ein Hinaufstürmen erschweren sollten.

Von all den Geschichten, die man auf der Führung erzählt bekommt, sei noch eine etwas kuriose erwähnt: Die Toilettenanlage bestand aus einem Schacht, auf den man sich oben setzte. Etwa ein oder zwei mal im Jahr wurde er geleert.

Kurz: Es muss bestialisch gestunken haben. Die Hausbewohner nutzten dies jedoch, indem sie ihre Kleidung direkt daneben aufbewahrten. Auf diese Weise war sie vor Motten und anderen Ungeziefer geschützt, die die Nähe dieser Kloake mieden...

  • Stand des Berichtes: September 2003
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