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"Cable Car" bei Dursey Point - Irlands einzige Seilbahn.

Geschichte(n) um Dursey

Dursey Point ist der entlegenste Punkt der Beara Halbinsel. Heute wohnt hier kaum jemand, ein halbes Dutzend Häuser schmiegen sich an den Hang. Auf Dursey Island selbst sind heute nur noch wenige meist ältere Menschen ansässig.

Indes war die Insel nicht immer so menschenleer. Während der Belagerung des Schlosses Dunboy in Castletownbere durch die englische Armee 1602 hatten sich viele Iren hierher geflüchtet. Dies nutzte ihnen leider nicht viel, denn die Soldaten richteten unter den Flüchtlingen eine Massaker an, bei dem 300 Menschen ums Leben kamen und ins Meer geworfen wurden.

Und sogar einen berühmten Sohn hat Dursey Island hervorgebracht: Don Phillip O'Sullivan, geboren 1590. Sein Vater, Dermot O'Sullivan, hatte auf Dursey Island ein Schloss errichtet. Dermot war ein Onkel von Donal Cam O'Sullivan, dem Besitzer von Dunboy Castle.

Don Phillip, der zusammen mit anderen Jugendlichen aus Sicherheitsgründen nach Spanien gebracht worden war, erhielt dort seine Bildung bei einem Priester. Er verfasste später das "Compedium of the Catholic History of Ireland", das als herausragendes Werk der Geschichte dieser Zeit gilt, sowie weitere Schriften.

Aber es finden sich auch Geschichtszeugnisse aus jüngerer Zeit. Unweit der Landspitze stossen wir auf ein Denkmal, dass an den Absturz eines deutschen Kriegsflugzeuges 1943 erinnert.

Im "Call of the Sea" ist mehr zu diesem Vorfall zu erfahren. Demnach handelte es sich um eine Junkers 88, auf einem regulären Wetterflug, die am Morgen des 23. Juli 1943 verunglückte.

Der Morgen war neblig, das Flugzeug flog viel zu tief. Es krachte in den Berg, überschlug sich, rutschte über den Berg und kam dort zu liegen. Augenzeugen berichteten später, das Motorengeräusch hätte verraten, dass die Maschine in Schwierigkeiten war.

Die Maschine wurde von dem 22 jährigen Piloten Hans Auschner geflogen. Mit ihm starben der Meteorologe Bruno Noth, Johannes Kuschidlo sowie der Funker Gerhard Drummler.

Uns überrascht diese Art des Umgangs mit dem Geschehen des 2. Weltkrieges ein wenig. In anderen Ländern, vor allem in Frankreich, haben wir da mehr Distanz erlebt. Andererseits: Jedes Leben, das im Krieg verloren ging ist eines zu viel und es kann nicht falsch sein, wieder und wieder daran zu erinnern.

  • Stand des Berichtes: September 2003
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