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Detail im Modell der "Surveillante"

Armada Exhibition Centre

Die Ausstellung stellt die Ereignisse Ende 1796 nach, als eine Armada von 43 französischen Schiffen in Richtung Bantry Bay ausgelaufen war, um die von den Idealen der Französischen Revolution begeisterten Iren um Wolfe Tone zu unterstützen.

Wolfe Tone, geboren 1763, Sohn eines Stellmachers, studierte Jura in London und Dublin und wandte sich später der Politik zu.

Er war Mitbegründer der "Society of United Irischmen", die "politische Rechte für Irland, Grundrechte nach amerikanischem und französischem Vorbild, die Gleichbehandlung der Konfessionen, eine Wiederbelebung der irisch-gälischen Kultur sowie die irische Republik"¹ forderte.

Nachdem die Organisation 1794 verboten worden war, wanderte Tone in die USA, nach Philadelphia, aus. Er kehrte aber bald nach Europa zurück, ging nach Paris und mobilisierte dort die Flotte, um die es in dieser Ausstellung geht.

Das Unternehmen scheiterte an Mißverständnissen und an den extrem schlechten Wetterbedingungen, die die geplante Landung unmöglich machten. Die Franzosen verloren ein Schiff nach dem anderen.

Eines davon ist die Fregatte "La Surveillante", deren Wrack noch immer in der Bantry Bay liegt.

Eine Kanone von diesem Schiff steht am Anfang des Rundgangs durch die Ausstellung. Eine Audioführung (allerdings nur auf englisch), die über Lautsprecher eingespielt wird, erzählt Näheres.

Die Ausstellung stellt den gesamten Exkursionsverlauf akribisch nach. Schautafeln veranschaulichen den Weg der einzelnen Schiffe, Modelle stellen Szenen an Bord nach. Jeder einzelne Tag ist anhand von Tagebuchauszügen von Wolfe Tone rekonstruiert.

Der Höhepunkt der Ausstellung ist sicherlich das Modell der "La Surveillante" im Maßstab 1:6, das eine komplette Wand füllt. Derzeit hofft man noch, das Wrack mittels kapitalkräftiger Geldgeber aus der Bantry Bay heben zu können und Bantry so um eine riesige Attraktion zu bereichern.

Man setzt dabei auf ähnliche Techniken, wie sie schon bei der Hebung der "Wasa" vor Stockholm angewendet wurden. Dieses Schiff war im 17. Jahrhundert auf seiner Jungfernfahrt aus ungeklärter Ursache, wahrscheinlich jedoch wegen Konstruktionsfehlern, gesunken.

Letzten Endes ist die Invasion vor allem am schlechten Wetter gescheitert. Der Audiokommentar schließt mit den Worten "Kaum auszudenken, wenn das Unternehmen geglückt wäre, wenn günstigere Wetterbedingungen geherrscht hätten. Wie wäre dann wohl die Irische und die Europäische Geschichte verlaufen?".

Wolfe Tone kehrte unverrichteter Dinge nach Frankreich zurück. Am 12. Oktober 1798 unternahm er an Bord er "Hoche" einen neuen Versuch, wurde festgenommen und zum Tod durch den Galgen verurteilt. Er nahm sich aber vor der Vollstreckung des Urteils das Leben.

¹Nordirland: Geschichte, Landschaft, Kultur, Touren von Dietrich Schulze-Marmeling (Hrsg.), S.28. Göttingen: Verlag die Werkstatt, 1996

  • Stand des Berichtes: September 2003
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