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Ecomuseé (15.6.2000)

Ein ganz besonderes Museumserlebnis ist mir heute widerfahren und ich möchte Euch unbedingt noch davon berichten.

Wenn Ihr in die Nähe der Grossen Seen kommt, fallen Euch bestimmt die Schilder zum Ecomuseé auf ( weiß jetzt nicht, ob ich es so korrekt geschrieben habe, aber egal).
Mein Tipp: Fahrt ihnen nach und schaut Euch dieses in Privatbesitz befindliche Museum an. UNBEDINGT.
Zumindest, falls Ihr Technik- oder Landwirtschaftinteressiert seid.

Warum? Einfach großartig, weil ich war der Einzige Besucher. Das auf dem Platz der parkenden Visiteure ;-) kein anderes Auto stand, fand ich ja nicht so merkwürdig. Aber für meine 25 Franc Eintritt bekam ich einiges zu sehen.

Zunächst einen Diafilm über das Museum und seine Entstehung. Natürlich nur französisch, deswegen habe ich, optimistisch geschätzt, vielleicht ein Viertel verstanden.
Dann jedoch wurde ich durch die Ausstellung von einer netten jungen Französin begleitet, die mir mit einigen wenigen englischen Sätzen die Bedeutung der Exponate zu erklären versuchte. Das war schon recht lustig. Zeitweise wurde ich vom Besitzer, seiner Frau und meiner Führerin umringt und alle versuchten, mir unbedingt die Funktionsweise des Exponats klarzumachen.

Ausgestellt wird landwirtschaftliches Gerät, vornehmlich aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dazu zählen Pflüge, Eggen, Saatmaschinen und ähnliches ebenso wie Traktoren und ein Boot zur Schilfernte.

Und ich habe dabei einiges gelernt: Landwirtschaftliche Maschinen waren im Original durchaus bunt und farbig gehalten. Oder: Hättet Ihr gewusst, wie eine Feuerfalle funktioniert?

Nein? Dann fahrt hin und lasst es Euch erklären.

Das absolute Highlight aber bekommen wohl nur die ganz lieben Museumsbesucher zu sehen, so wie DERKnuddelbär ;-).

Es ist auch ca. 2 Autominuten vom Museum entfernt. Es handelt sich um eine originalgetreu eingerichtete Werkstatt, in der Wagenräder hergestellt wurden. Es ist noch alles funktionsfähig bis hin zum Riemensystem, über das alle Maschinen angetrieben wurden.

In den Jahren 1905 bis 1920 wurde dieses System von einer Dampfmaschine angetrieben, die man ebenfalls bestaunen kann. Danach von einem Elektromotor, der noch in Betrieb genommen werden kann.

Alle Arbeitsschritte werden erläutert und auch hier viel Neues: Wie wird der Reifen gebogen, beispielsweise oder wie kommen die Löcher für die Speichen in die Wagennaben?
Oder auch: Wie werden überhaupt die Speichen gefertigt ? Um das mal zu verraten: in eine Art Drechselautomat werden vier Rohstücke eingespannt. Von einem Modell wird die Form der Speichen von der Maschine ertastet und zeitgleich durch Weghobeln der überstehenden Teile auf den Werkstücken entfernt.

Wie bereits angedeutet: All das wird demonstriert und vorgeführt, bis man es verstanden hat.

Einfach genial.

Ich war so begeistert, dass ich gar nicht auf die Idee kam, Fotos zu machen. Erst hier, in der Werkstatt, habe ich, nach den Erklärungen, einige Teile fotografiert. Und auch meine charmante Begleiterin.

Und noch etwas: Ich habe versprochen, möglichst vielen Leuten in Deutschland zu sagen, dass sie mal vorbeischauen sollten. Ich hoffe, ich habe dies hiermit getan.

  • Stand des Berichtes: Juni 2000
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