zusammenaufreisen.de v2.1

Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Blick von Mogens Windmühle nach Südost.

Oben auf Mogens Mühle

Diese Ehre wird nicht jedem zuteil: Mogens nimmt mich (Axel) mit auf seine Mühle.

Auf dem Weg zur Mühle erzählt mir Mogens einige interessante Details über sie. Die Fakten könnt ihr im Bericht "Mogens Windrad " nachlesen.

Wir werden uns nun gleich auf rund 45m Höhe hinauf begeben, um es mal nicht so abenteuerlich zu formulieren.

Zuerst schaltet Mogens die Mühle in einem Schaltkasten ab. Mit lautem Bremsgeräusch bleibt sie stehen. Die Enden der Rotorblätter werden verdreht, damit kein Druck auf die Flügel kommt. Zusätzlich hält eine Bremse die Welle.

Mogens zeigt mir das Sicherheitsgeschirr. Nachdem ich es angelegt habe, kann ich mich mit einem Karabinerhaken überall einhaken. Für den Aufstieg steht auch ein Seil mit Schlitten zur Verfügung, an dem ich mich einhaken kann. So endet mein Absturz zumindest nicht tödlich. Er oder die Feuerwehr würden mich dann retten.

Beruhigend zu wissen.

Der Aufstieg geschieht über eine senkrechte Leiter. Man kann sich immer mit dem Rücken gegen die Wand der Mühle lehnen. Größere Mühlen haben auch einen Lift.

Mogens klettert vorneweg und ich folge in etwas Abstand. Wenn ich nicht mehr kann, soll ich einfach stehen bleiben und mich ausruhen.

Nach den ersten vier Stufen denke ich: Oh mein Gott, worauf habe ich mich hier eingelassen? Ich fühle mich alles andere als sicher und jetzt soll ich 45 Meter nach oben klettern?

Kurz überlege ich, das Ganze abzubrechen, aber Mogens ist schon ziemlich weit oben und jetzt sollte ich es einfach mal versuchen. Und siehe da: Stück für Stück wird es besser.
Ich vermeide es, nach unten zu schauen und konzentriere mich darauf, die Stufen zu treffen.

Der Aufstieg geschieht in zwei Teilen. Nach einer ersten Sektion folgt eine Plattform. Auf dem Weg zu ihr ist noch ein kleiner Tritt, auf dem man sich ausruhen kann. Außerdem ist hier eine Halterung für das Seil , an dem der Schlitten läuft und ich muss das Seil kurz heraus ziehen, um den Schlitten darüber ziehen zu können.

Auf der Plattform zwischen der ersten und der zweiten Sektion machen wir eine kurze Rast. Dann geht es weiter, aber hier ist es nicht mehr so schlimm. Obwohl die zweite Sektion noch etwas höher ist als die erste.

Zwei Tritte und Seilhalterungen gilt es noch zu überwinden. Dann stehen wir im Kopf der Mühle. Ein großer Zahnkranz dient dazu, die Mühle zu drehen. Insgesamt drei Motoren sind dafür zuständig.

Gemeinsam öffnen wir das Dach der Mühle und stehen plötzlich im Freien.

Zwar sind 45m Höhe nicht so viel, aber zusammen mit den 49m über dem Meer kommen wir auf über 90 Meter, die wir uns über Meereshöhe befinden und das reicht im flachen Dänemark für einen weiten Blick.

An klaren Tagen kann er die Türme von Aalborg sehen, meint Mogens. Das sind immerhin rund 40 Km.
Heute "reicht" es nur für kürzere Entfernungen. Dennoch: Der Limfjord ist von hier aus überschaubar bis ans andere Ufer, in der anderen Richtung sehen wir Ranum und Vilsted Sjø. Das war vor ein paar Jahren noch grünes Feld. Erst 2006 wurde der See aufgestaut.

Nach Norden hin sieht man Løgstør und den Kanal, in dem früher die Schiffe getreidelt wurden. Das Haus des Kanalvogtes, das heute Museum ist, blinkt von weitem.
Wie oft haben wir es schon gesehen? Keine Ahnung.

Sonne und Wind zaubern Licht- und Wellenspiele auf den Fjord, der in vielen Farben leuchtet.

In den Feldern ringsum, die jetzt abgeerntet werden, haben die  Erntemaschinen zwischen den Strohballen interessante Spuren hinterlassen.

Von Livø kommt gerade die Fähre nach Rønbjerg. Wir genießen die Ausblicke voller Bewunderung für die Natur und ich mache schließlich ein 360° Panoramafoto.

Nach einigen Erinnerungsfotos von uns und einigen abschließenden Erklärungen, z.B. über die massive gusseiserne Welle, die enormen Belastungen ausgesetzt ist, machen wir uns wieder auf den Weg nach unten.

Die Türen an den Plattformen muss man immer schließen. Sie enthalten Sensoren, die signalisieren, dass jemand auf der Mühle ist.

Der Weg abwärts ist deutlich einfacher und mittlerweile habe ich auch fast so was wie Routine. Dennoch bin ich deutlich erleichtert, als ich meinen Fuß wieder auf den Betonsockel setzen kann, auf den die Mühle aufgesetzt ist.

Mogens schaltet die Mühle wieder ein. Die Enden der Rotorblätter drehen sich zurück. Es ist aber zu wenig Wind, sodass die Mühle nicht mehr anläuft. Erst einige Stunden später wird sie sich wieder drehen.

Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis, das man so schnell sicherlich nicht mehr haben wird.

  • Stand des Berichtes: August 2008
Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark