zusammenaufreisen.de v2.1

Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Burg Spøttrup ist eine der ältesten erhaltenen Burganlagen Dänemarks

Geschichte der Burg Spøttrup

Die alten Wehrgänge führen den Besucher wie in einer Zeitmaschine durch die Geschichte der Burg. Wir beginnen in der Wachstube, die der Burg im Mittelalter entspricht.

Ursprünglich für die Bischöfe von Viborg gebaut, war die Burg von hier oben aus gut zu verteidigen. Hier befand sich auch das Spill, mit dem man die Zugbrücke hochziehen konnte. Diese schwere Arbeit wurde übrigens jeden Abend verrichtet.

Durch die rekonstruierte Schreibstube, die das Herzstück der Kommunikation mit der Außenwelt darstellte, gelangen wir in die Kapelle. Hier geruhten Ihro Gnaden in angenehmer Atmosphäre zu beten. Aber hier steht auch eine Büste von Schiffer Clement Andersen, dem Führer eines Aufstandes in der sogenannten Grafenfehde (s. Links).

Bei diesen Kämpfen wurde auch Spøttrup belagert, aber nicht eingenommen. Während Quellen wie Wikipedia berichten, die Burg sei dabei in Brand gesteckt wurden, wird diese Darstellung vom Burgmuseum nicht geteilt.

Vielleicht haben die Aufständischen einige Scheunen außerhalb der Burg angesteckt, heißt es dort, aber die Burg sei "auf keinen Fall" abgebrannt worden.

Ob so oder so, nachdem im Ausklang der Grafenfehde die Reformation in Dänemark Staatsreligion wurde, nahm der König die Bischöfe gefangen, Spøttrup ging in königlichen Besitz über und hatte als Verteidigungsfestung ausgedient.

Der aus Mecklenburg stammende Henrik Below baute die Burg nach 1579 zu einem stattlichen Herrensitz um.

Auf unserem weiteren Weg bewegen wir uns durch das 17., 18. und 19. Jahrhundert, begegnen Mogens Rosenkrantz und Nis Nissen und sehen immer wieder, welche Veränderungen die Burg in dieser Zeit erfahren hatte.

Vor allem Mogens Rosenkrantz (1703 - 1778) ist erwähnenswert. Sein Vater hatte die halb verfallene Burg gekauft und wieder hergerichtet. Er selbst liebte das Leben auf dem Lande, kümmerte sich um den Garten und ging auf die Jagd.

Als er schließlich 1748 eine Stellung in Kopenhagen erhielt, kam zwar Geld in die Kassen, aber er kümmerte sich wohl nicht genug um den Unterhalt von Spøttrup, weswegen er die Burg 1776, zwei Jahre vor seinem Tod, verkaufen musste.

Im 19. Jahrhundert schließlich wurde sogar eine Brennerei in der Burg eingerichtet und es wurden weitere Veränderungen vorgenommen, die den Charakter der Anlage veränderten.

Nach dem Brand einer Scheune 1937 übernahm der Staat die Burg und 338 Hektar Land für 388.500 Kronen.

Es wurde beschlossen, Spøttrup umfassend zu restaurieren. Die Veränderungen des 19. Jahrhunderts wurden weitestgehend beseitigt, im Grunde sieht man die Burg heute fast wie im Spätmittelalter, ergänzt durch die Veränderungen der Renaissance, aus der Rosenkrantz Zeit.

  • Stand des Berichtes: August 2009
Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark