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Burg Spøttrup ist eine der ältesten erhaltenen Burganlagen Dänemarks

Burg Spøttrup

Reichlich unbekannt, aber vielleicht gerade deshalb einen Besuch wert? Spøttrup liegt ca. 16 Km von Skive nahe dem Limfjord an einem kleinen See.

Das genaue Baujahr der Burg ist nicht bekannt, erste urkundliche Erwähnungen gab es bereits 1404, man geht aber davon aus, dass sie spätestens in der Mitte der 1520er Jahre fertig gebaut war.

Spøttrup ist damit eine der ältesten erhaltenen Burgen in Dänemark überhaupt. Ihr roter Backstein ist ein auffälliger Kontrast zum Grün der Wiesen, dem Blau des Himmels und des Wassers.

Allein ihr malerischer Anblick ist die Reise wert!

In der Zeit ihrer Errichtung war die Burg hochmodern. Ein doppelter Wassergraben, bis zu neun Meter hohe Wälle, Schießstände, Pechnasen. Alles, um Feinde auf Distanz zu halten.

So ist es dann auch zu erklären, dass die Burg niemals eingenommen wurde.

Über eine Brücke erreichen wir einen Torbogen, hinter dem eine weitere Brücke den zweiten Wassergraben überbrückt. Am Hang des Walls müht sich gerade ein ferngesteuerter Mäher an Gras und Sträuchern.

Durch ein großes Portal gelangen wir schließlich in den Innenhof. Über mehrere Eingänge gelangt man in die alten Wehrgänge, in deren Verlauf man sich wie in einer Zeitmaschine durch die Geschichte der Burg bewegt.

Zwei Räume auf Spøttrup sind (aus unserer Sicht) besonders erwähnenswert. Weil völlig gegensätzlich und doch so ähnlich. Zum einen der "Tanzsaal", zum anderen der Vorratskeller. Beide Räume sind etwa gleich groß, hatten aber eine ganz unterschiedliche Bestimmung.

Obwohl das auch nicht ganz stimmt, denn der Tanzsaal wurde erst 1590 im ehemaligen Kornspeicher des Bischofs eingerichtet. Er diente von nun an den Vergnügen der Herrschaft.

Der riesige helle Raum wirkt regelrecht unendlich.

Zwei Etagen weiter unten beruht die Unendlichkeit nicht auf der Helligkeit sondern auf der Dunkelheit im Raum.

Der Vorratskeller, in dem stilecht auch einige Säcke und Fässer abgestellt sind, ist so dunkel, dass man nicht in seine Ecken sehen kann. Welch beklemmendes Gefühl mag das gewesen sein, wenn man früher im Dunkeln und ohne Licht hierher musste!

Während der Tanzsaal ganz ohne trennende Elemente auskommt, macht eine lange Säulenreihe im Kellerraum die Schwere deutlich, die auf den Mauern und Bögen hier lastet.

Das durch einzelne Fenster einfallende Licht bewirkt ein interessantes Spiel, ein ewiges Auf und Ab von Licht und Schatten.

Nachdem Rundgang durch die Burg umlaufen wir sie noch auf dem Wall, wo sich immer noch der kleine Mäher am Gestrüpp abmüht. Das Gebäude, direkt im Wasser, ist von allen Seiten "fotogen".

Wir machen noch einen Abstecher in den Renessaincegarten mit vielen Kräuter- und Heilpflanzen in unmittelbarer Nähe der Burg. Jetzt im August ist er umschwärmt von Schmetterlingen und anderen Insekten und von einer einzigartigen Farbenpracht.

Gelegentlich werden hier auch Mittelalterspiele abgehalten. Für Kinder finden sich in den Sommermonaten immer interessante Betätigungsmöglichkeiten. Ein Blick auf die Homepage des Burgmuseums (s. Links) lohnt in jedem Fall.

Fazit: Lohnender Abstecher am Rande des Limfjords.

  • Stand des Berichtes: August 2009
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