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Ausstellungssal im Skagen Museum

Skagen Museum

Hier wollten wir schon immer mal hin. Aber bisher haben die Öffnungszeiten nie zu unserem Tagesplan gepasst, denn wir waren meist erst abends in Skagen, wenn das Museum entweder schon geschlossen hatte oder gleich dicht machte.

Im Oktober 2009 waren wir aber noch eine Woche in der Nähe und haben es uns diesmal nicht nehmen lassen, das Haus der Skagen Maler zu besuchen.

In den Dünen am Grenen hatten wir schon das Grab von Holger Drachmann entdeckt, einem der Künstler, der u.a. hier in Skagen wirkte.

Die Geschichte der Skagen Maler ging zurück bis in die 1830er Jahre. Einer der ersten Maler hier war Martinus Rørbye und sein bekanntes Skagen - Werk ist "Männer von Skagen an einem Sommerabend bei gutem Wetter" von 1848.

Mit dem Ausbau der Eisenbahnstrecke nach Frederiskhavn 1870 begann das Interesse an Skagen zu wachsen.

Bis über die Jahrhundertwende hinaus wuchs in Skagen eine Kolonie junger Künstler heran. Sie waren dem Naturalismus verschrieben und auf der Suche nach neuen Motiven.

Einer der ersten war 1871 Holger Drachmann. Ihm folgten u.a. P.S. Kroyer, Carl Locher, Viggo Johansen, Lauritz Tuxen, Marie Triepcke, die später P.S. Kroyer heiratete und unter dem Namen Marie Kroyer besser bekannt ist.

Nicht zu vergessen natürlich Michael Ancher, der die jüngste Tochter Anna der Wirtsleute Erik und Ane Brøndum heiratete. Anna, selbst eine begabte Zeichnerin, war die einzige Künstlerin, die aus Skagen stammte.

Waren Bilder aus Rørbyes "Goldmaler" Epoche noch von einer romantischen Verklärung geprägt, änderte sich das jedoch im Laufe der Zeit.

Der Naturalismus der Bilder vermittelt heute ein realistisches Bild vom Leben in Skagen. Michael Anchers Bild "Vil han klare pynten?" (Schafft er es um die Landspitze?) ist eines der ersten Beispiele dafür. Es war, nebenbei, auch sein künstlerischer Durchbruch, denn kein geringerer als König Christian IX. persönlich erwarb das Bild.

Uns beeindruckt noch ein anderes seiner Bilder: "Den druknede" (Der Ertrunkene) von 1896. Es füllt im Museum fast eine gesamte Wand (kein Wunder bei einer Größe von 289 x 121,5 cm) und stellt dar, wie ein ertrunkener Fischer zuhause aufgebart wird.

Die Gesichter der umstehenden, besonders der Angehörigen, die neben der Trauer auch das Wissen ausdrücken, dass so etwas immer wieder passieren kann, imponieren uns.

Das vielleicht berühmteste Bild ist aber "Sommerabend am Skagener Südstrand" von P.S. Kroyer von 1893. Es war seit 1895 in Privatbesitz und wurde 1978 versteigert. Sein Schätzwert lag bei 175.000 Kronen und das Museum hatte über Spenden 340.000 Kronen beschafft, um das Bild zu kaufen.

Den Zuschlag erhielt jedoch für 520.000 Kronen ein anderer - der deutsche Verleger Axel Springer. Er wollte es nach 20 Jahren dem Museum zur Verfügung stellen. Er starb 1985 und bereits 1986 übergab seine Witwe das Bild an das Museum.

Das Museum befindet sich in Brøndums Gasthaus, wo vor allem die ersten Künstler seinerzeit wohnten und das über die Jahre ihr wichtigster Treffpunkt blieb. Die Räume sind erstaunlich groß, mit Galerien, von denen man die Bilder bewundern kann.

Die weißen Innenwände tauchen die Ausstellung in ein freundliches Licht, das die Bilder nicht dominiert sondern jedem seinen eigenen Raum lässt.

Als wir da waren, wurde der berühmte Speisesaal gerade renoviert, die Bilder dort waren alle abgenommen. Aber das Gute daran: Wir haben einen Grund wiederzukommen;-).

Fazit: Unbedingt ansehen.

Quellen und Links

  • Stand des Berichtes: Oktober 2009
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