- Rubjerg Knude
- Historie seit 1992
- Museum
- Links
- Karte
- Galerie
Die Düne am Leuchtturm Rubjerg Knude
Kurz hinter Løkken ist sie schon zu sehen – die große Wanderdüne Rubjerg Knude hebt sich hell vom Horizont ab, wenn man nach links blickt.
Und der Leuchtturm ragt immer noch aus ihr heraus wie ein Stachel. So ist die Düne unverkennbar.
Wie oft sind wir diesen Weg schon entlang gefahren? Dieses Ziel ist eines derjenigen, das wir bisher am häufigsten besucht haben. Kein Wunder. Verändert es sich doch ständig, es ist eines der dynamischsten Gegenden Dänemarks, heißt es auch.
Die ersten beiden Bilder rechts zeigen die Veränderung von 1992 bis 2009. Einen Abriss der Entwicklung von 1992 bis 2009 findet ihr auf unserer Historie-Seite.
Besonders stolz sind wir natürlich darauf, dass unser Beitrag über Rubjerg Knude auch im deutschen Wikipedia verlinkt ist.
Inzwischen sind die Nebengebäude, die wir 2004 noch fotografiert hatten, abgerissen und nur der Leuchtturm alleine steht noch.
Ein Parkplatz befindet sich (noch) unmittelbar zu Füßen der Düne. Ohne Zweifel wird auch er bald überrollt. Ein Stück weiter im Landesinnern wurde deswegen jetzt ein weiterer eingerichtet.
Der „bequeme“ Weg auf die Düne ist mittlerweile nur noch schwer zu finden. Gleich am Parkplatz zum Fuß der Düne und dort nach links halten. Dann kommt kurze Zeit später der Weg rechts hoch auf die Düne. Der ist deutlich flacher als der direkte Weg hinauf, der mittlerweile von den meisten Besuchern genommen wird.
Der Leuchtturm hat im Sand eine richtige „Stromspur“ hinterlassen. Ungefähr als wenn man einen Stock in einen fließenden Bach hält. Vor dem Stock ein „Wall“, dahinter ein lang gestrecktes Tal.
Seit unserem ersten Besuch im Mai 2004 hat sich besonders die Düne nördlich des Leuchtturms weit vorgeschoben. Dafür hat sie an Höhe verloren.
Heute ist zur Abwechslung mal Ostwind, der Wind bläst also von Land her. Im Februar habe ich mal meinen Hut verloren, da blies er von See her, kein Problem, ihn wiederzubekommen. Die Düne fällt aber zur See hin senkrecht ab. Und ein Sturz aus 80 m Höhe wäre sicher mein Ende. Also aufpassen, auf den Hut ;-).
Obwohl der Wind heute so schwach ist, dass die Windmühlen rundherum keinen Strom produzieren können, bläst er hier oben so kräftig, dass sich Sandfahnen in Richtung Meer bewegen.
Die Form der Düne führt dazu, dass sich die Windgeschwindigkeit hier oben verdoppeln kann gegenüber der Umgebung. Deswegen ist hier selten Windstille.
Im Juni 2006 mussten wir schon einmal den Aufstieg aufgeben, weil ein regelrechter Sandsturm jede Bewegung unmöglich machte. Da herrschte zu Fuße der Düne gerade mal mäßiger Wind, den man in Jütland häufig findet.
Dennoch, wenn es möglich ist: Ein Aufstieg auf die Düne lohnt auf jeden Fall. Nicht nur, dass man den Sand besiegt, man bekommt auch eine hervorragende Aussicht auf die Gegend von ihrem weitaus höchsten Punkt. Nicht nur der Blick aufs Meer, auch der Blick über Land ist überragend. Und man bekommt (wieder mal) das Gefühl vermittelt, dass es nicht der Mensch ist, der diese Welt beherrscht.
Bitte beachten: Es gibt auf der Düne fast immer Wind. Überlegt daher gut, ob ihr kleine Kinder mitnehmt. Der meiste Sand fliegt nicht sehr hoch, wenige Dezimeter über dem Boden. Was bei Erwachsenen in der Hüfte landet, kriegen Kinder ins Gesicht. Wer sein Kind dann noch auslacht, wenn es weint, sollte sich mal kurz daneben knien.
Unser Fazit: Vor allem bei schönem Wetter jeden Umweg wert.
Über den Leuchtturm
Der Leuchtturm wurde im Jahre 1900 errichtet. Damals stand er rund 200 Meter von der Küste entfernt. Er wurde auf der höchsten Stelle der Düne erbaut, ca. 60 m hoch. Hinzu kamen noch einmal 23 m Höhe des Bauwerks. Der Lichtschein des Turms soll noch aus 42 Km Entfernung zu sehen gewesen sein. Das jedenfalls behaupten verschiedene Quellen, wie z.B. das Museum im Strandfogendes Gaarden.
Der Turm wurde Anfangs mit Gas, ab 1906 mit Petroleum betrieben. 1934 wechselte man dann zu Elektrizität. Bis hierhin nichts Ungewöhnliches für einen Dänischen Leuchtturm.
Aber bereits seit 1920 hatte man mit der sich entwickelnden Sanddüne zu kämpfen. Der Sand füllte zunächst den Brunnen und begrub den Garten unter sich.
Man versuchte, den Vormarsch der Düne durch Bepflanzungen zu mindern. Mit dem Resultat, dass die Düne in die Höhe wuchs. Schließlich war der Leuchtturm von See aus nicht mehr zu sehen. So stellte er 1968 seinen Betrieb ein.
1980 wurde in den Gebäuden des Leuchtturms ein Museum eingerichtet (Vendsyssel Historiske Museum). Die Düne schritt indessen unaufhaltsam weiter voran, sodass man 1992 den Kampf dagegen endgültig aufgab. 2002 musste das Museum am Leuchtturm schließen. Es befindet sich seither an der Straße nach Lønstrup im alten Hof des Strandvogtes.
Hinweis
Ganz in der Nähe befindet sich Mårup Kirke, eine Kirche, die vom Meer eingeholt wird und mittlerweile fast am Abhang steht. Beide Ziele können gut zusammen besucht werden.
Übrigens...
Dieser Bericht über Rubjerg Knude wurde erstmals am 20.09.2004 veröffentlicht. Er ist seither einer der beliebtesten unserer Seite. Wir sind besonders stolz, dass er auch vom deutschen Wikipedia verlinkt ist.
|
|

















