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Neu: Was wid aus Rubjerg Knude?

Das Moler Museum auf Morsø liegt unauffälig auf einem alten Hof.

Was ist eigentlich Moler?

Moler ist eine Gesteinsformation, die es nur in Dänemark und auch nur auf den Inseln Morsø und Fur im Limfjord gibt (Das wird zumindest behauptet). Moler wird auch Kieselgur oder Diatominerde genannt und ist am Meeresboden aus abgestorbenen Kieselalgen und Lehm entstanden.

Moler wurde im Laufe der Erdgeschichte in Schichten von bis zu 61m Mächtigkeit angehäuft. Der Mangel an Sauerstoff, der durch die abgestorbenen Algen am Meeresgrund verursacht wurde, führte dazu, dass Lebewesen, die auf den Meeresboden kamen, nicht zersetzt wurden und so wie in einer Schatzkammer konserviert wurden.

Deswegen hält der Moler nicht nur für Geologen sondern auch für Biologen und viele andere Wissenschaftler interessante Informationen bereit.

Für Morsø und Fur typisch sind aber die schwarzen Ascheschichten, die den hellen Moler durchziehen. Diese stammen von Vulkanausbrüchen, etwa 200 an der Zahl. Interessant: Die Vulkane befanden sich in etwa dort, wo heute die Færør Inseln liegen. Soweit klar?

Die heutige gefaltete Form, die die Schichten aufweisen und sie so charakteristisch machen, ist in den Eiszeiten entstanden. Die letzte Eiszeit endete vor ca. 15.000 Jahren. Ihre kilometerdicken Eismassen haben das Gestein aufgefaltet und zusammengepresst.

So richtig interessant wird es natürlich erst, wenn man sich anschaut, was da alles im Moler begraben liegt. Es sind vergleichsweise wenig Bodenbewohner, was durch die schlechten Sauerstoffverhältnisse am Boden bedingt ist.

Einige der Fossilien sind nur in bestimmten Molerschichten zu finden. Offenbar hat der Sauerstoffgehalt am Boden geschwankt.

Fische findet man z.B. in fast allen Schichten. Wenn auch nicht alle Arten. Am Boden lebende Fische z.B. wurden niemals gefunden. Ansonsten zeigen Funde von Fischen, die im Freiwasser in 50 – 200 m Wassertiefe leben, dass auch die Tiefe des Meeres Änderungen unterworfen war.

Aber auch Landtiere findet man in der Molererde. Zwar keine Säugetiere, weil die Inseln zu abseits lagen, um von ihnen besiedelt zu werden, dafür aber unzählige Insekten und auch einige Vogelfossilien.

Natürlich sind auch Fossilien von Pflanzen hier zu finden, sogar von Landpflanzen. Man nimmt an, dass sie vom damaligen Festland (etwa im Bereich der heutigen Færør Inseln) mit der Strömung hierher getragen wurden.

  • Stand des Berichtes: Juni 2006
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