zusammenaufreisen.de v2.1

Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

"Kanalfogedens Køkken" befindet sich im neuen Gebäude des Limfjordmuseums.

Restaurant "Kanalfogedens Køkken"

Løgstør ist die Muschelstadt. Nicht nur, dass hier Muscheln gefangen und verarbeitet werden, fast jede Restauration in der Stadt bietet auch mindestens ein Muschelgericht an.
Einer der besten Muschelköche der Stadt ist Jimmi Petersen. Seit kurzem führt er das Restaurant "Kanalfogedens Køkken" (Küche des Kanalvogtes) im Neubau des Limfjordmuseums.

Sein Ruf geht weit über Løgstør hinaus, auch in Deutschland ist er kein Unbekannter, spätestens seit er in der NDR Sendung "Nordsee Report" sein Muschelrezept vorgestellt hat.

Auch wir wollen nun endlich einmal in Løgstør Muscheln essen gehen, das hatten wir schon lange vor. Was liegt also näher, als es hier zu versuchen? Zusammen mit unseren netten Gastgebern Ute und Mogens gehen wir eines Dienstag abends los.

Das Restaurant ist nicht überfüllt, ein freier Tisch ist schnell gefunden. Das Ambiente ist ansprechend, aber nicht übertrieben vornehm. Schwarze Tische, rote Servietten.

Die Karte bietet viel aus dem Limfjord und der nahen Nordsee. Muscheln ebenso wie Scholle, aber natürlich auch Fleischgerichte und Vegetarisches. Die Preise sind, gemessen an Dänischen Verhältnissen, human. Das Muschelgericht z.B. kostet 115,- DKK, das sind rund 15,75 €.

Als Vorspeise wählen wir Variationen von Tomaten und eine Cremesuppe aus Fisch und Schalentieren. Wir nehmen als Hauptspeise natürlich (!!) die gedämpften Muscheln in einem Sud aus Schnaps und dunklem Bier. Ute und Mogens probieren die Scholle.

Das Warten auf das Essen ist äußerst kurzweilig. Nicht nur wegen der Unterhaltung am Tisch, auch weil ein kleines Mädchen vom Nachbartisch uns neugierig anschaut. Mogens erklärt ihr, dass wir deutsch sprächen und sie uns deshalb nicht verstehen kann. Sie sagt, sie geht noch in die "Mäuseklasse" aber wenn sie groß ist und in die Schule kommt, dann lernt sie deutsch und dann kann sie uns auch verstehen. Süß ;-)

Bald kommt das Essen und das ist wirklich sehr gut. Die Vorspeise alleine ist schon ein Gedicht. Die Suppe ist lecker angerichtet, mit vier Muscheln und einem Kräuterzweig in der Mitte.

Das Hauptgericht aber schlägt wirklich alles. Das Schwarzbier im Sud gibt dem Gericht etwas herbes, die Muscheln nehmen dieses Aroma sehr gut auf, behalten aber auch ihren Eigengeschmack. Ein wahrhaft geniales Rezept, sehr gut zubereitet. Wir erhalten zu zweit einen riesigen Topf. Und der lässt uns nicht hungrig zurück. Auch der restliche Sud ist es wert, ausgelöffelt zu werden. Der Wein dazu, ein Tierra de Castilla (Rosé) passt hervorragend. Wir fühlen uns zu 100% gut versorgt. Über ihre Schollen fällen Ute und Mogens ähnliche Urteile.

Als Nachtisch gönnen wir uns noch ein Schokoladencreme mit Vanilleeis sowie einen Espresso. Auch dies alles perfekt.

Wir fragen, ob der Chef (Jimmi Petersen) für uns einen Moment hat. Natürlich, er kommt gerne. Und stellt sich unseren Fragen und Fotos. Erinnert sich an die Sendung des NDR (natürlich) und freut sich, dass wir uns für ihn und sein Restaurant interessieren.

Es ist in Løgstør auch nicht ganz leicht, ein Restaurant zu betreiben. Man ist auf die Touristen angewiesen, aber die sind im Winter selten. Er hofft daher, das Restaurant bis in den Oktober hinein offen halten zu können. Vielleicht, so meint er, kommen die Leute wegen seines Rufes auch von weiter her und dann könnte man es auch den ganzen Winter über offen halten.
An uns soll es nicht liegen. Und warum sollen wir das Restaurant nicht vorstellen, wo es uns hier doch so gut gefallen hat? Das ist authentisch und unsere echte Empfehlung.

Fazit: Wer an den Limfjord reist, sollte hier einkehren und Muscheln essen. Unbedingt. Sonst war er nicht am Limfjord.

  • Stand des Berichtes: August 2008
  • Aktualität geprüft: Oktober 2009
Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark