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Tranekær von weitem: Die Kirche ist besonders auffällig

Tranekær

Tranekær ist ein (etwas) größerer Ort im Nordteil der Insel.

Wobei "größer" nur ein auf Langeland bezogener Begriff ist. Es handelt sich dennoch um ein "landby" wie die Dänen ihre Dörfer nennen.

Tranekær ist aber nicht nur der Ort selbst sondern fasst auch viele kleinere Orte im Nordteil von Langeland zu einer Gemeinde zusammen.

Tranekær ist bekannt für sein Schloss. Wenngleich das auch überschätzt ist, lohnt ein Besuch des Schlossgartens wegen des Kunstprojektes TICKON.

Ebenfalls zu besichtigen ist die Schlossmühle, etwas außerhalb des Ortes gelegen.

Tranekær selbst besteht vor allem aus vielen kleinen und äußerst hübschen Häuschen. Eingebettet in die für Langeland typischen Hügelchen ist der Ort äußerst ansehnlich.

Ein Kro und mehrere Antikläden komplettieren den Ort.

Was sofort auffällt ist die Kirche von Tranekær. Sie ist anders als die meisten Dorfkirchen in Dänemark. Das fängt schon bei der Farbe an. Im Gegensatz zu den meisten Kirchen ist sie nicht weiß sondern gelb.

Außerdem hat sie einen nahezu grazilen Turm mit vielen kleinen Fenstern und Verzierungen. Zudem besteht sie nicht nur aus einem Schiff mit einem Turm sondern im Grunde aus zwei sich kreuzenden Schiffen.

Wir konnten ihre Geschichte nicht vollständig aufklären. Sie wurde um 1450 im gotischen Stil erbaut, später umgebaut und um ihren Turm erweitert. Zuvor stand hier eine typische Landkirche aus dem 12. Jahrhundert. Ihr jetziges Aussehen erhielt sie 1886.

Die gelbe Farbe ergibt sich aus der Tatsache, dass die Kiche lange Zeit zum örtlichen Gut gehörte. Die gräflichen Besitzer hatten offenbar das Bestreben, den ganzen Ort in die Kopie eines deutschen Fürstentums umzuwandeln.

Auf jeden Fall schon von außen sehenswert. Leider war die Kirche zur Zeit unseres Aufenthaltes nicht geöffnet, sodass wir sie nicht von innen gesehen haben.

Der Kirchhof ist nicht nur wegen seiner Bäume sehenswert. Diese sind bis zu 250 Jahre alt und zählen zu den ältesten in Dänemark.

Es finden sich auch einige interessante Grabstellen, zum Beispiel die von zwei sowjetischen Kriegsgefangenen, die an Påø Strand gestrandet waren.

Eine Geschichte hat uns aber besonders berührt, auch wenn sie schon über 135 Jahre her ist: Inmitten roter Blumen steht ein kleines Eisenkreuz mit folgender Inschrift:

"Hier ruht ein unbekanntes Mädchen, 6 oder 7 Jahre alt, bei Botofte Strand an Land getrieben bei der Sturmflut am 18. November 1872"

Ob ein Zusammenhang zu einem in Gedesby auf Falster vermissten Mädchen besteht, ist nicht sicher. Immerhin liegen zwischen Gedesby und dem Fundort ca. 80 Km Luftlinie und die Insel Lolland liegt noch dazwischen.

Es gibt eben immer etwas zu entdecken.

Fazit: Der Ort selbst ist einen Spaziergang wert, wenn man sowieso da ist, z.B. wegen TICKON.

  • Stand des Berichtes: August 2009
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