zusammenaufreisen.de v2.1

Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Die Gutsmühle von Skovsgård.

Gesindemuseum

Das Gesindemuseum befindet sich im Herrenhaus. Und zwar dort, wo die Dienstboten wohnten: Im "Souterrain" um es mal vornehm auszudrücken.

Zunächst bewegt man sich ein Stück durch die Gemächer der Herren von Skovsgård bevor man dann durch eine "Gesindetreppe" hinabsteigt.

Die gesamte Einrichtung, die man sieht, ist original oder der Zeit um 1900 herum nachempfunden. Einzlene Puppen zeigen Menschen bei für sie typischen Tätigkeiten.

Schilder erklären die Situation auf dänisch, deutsch und englisch. So erfährt der interessierte Besucher viel aus dem Leben der Dienstboten auf Skovsgård, aber auch vom Leben hier insgesamt.

Das "Gesinde" war eine wenig angesehene Schicht. Bereits mit 14 Jahren wurde man Knecht oder Magd. Der Lohn: Kost und Logis und etwas Geld.

Im Herrenhaus lebte man separat. Die Dienerschaft sollte der Herrschaft möglichst nicht begegnen. Die Dienstboten hatten eigene Räumlichkeiten (natürlich im Keller), eine eigene Treppe. Immer unsichtbar aber perfekt funktionierend.

Wir stehen schließlich in dem langen, dunklen Gang, der die Dienstbotenzimmer miteinander verband.

Die Küche ist der größte Raum. Sie war das Herzstück hier unten. Hier wurde nicht nur gekocht, die Dienstboten aßen hier auch. Im Winter war durch den Herd gut geheizt.

Geradezu beängstigend eng ist es dagegen in der Kammer der "Haushaltselevin", meist ein junges Mädchen, das von der Wirtschafterin ausgebildet wurde.

Die hatte es wiederum schon etwas gemütlicher. Immerhin trug sie auch die größte Verantwortung z.B. für den Einkauf und die Küche.

In ihrem Zimmer war sogar ein kleines Fenster zum Hof, eine Kommode, ein Schrank. Feucht und kalt war es allerdings auch hier.

So bewegen wir uns Stück für Stück durch eine vergangene Welt, die jenseits aller heute selbstverständlichen Bequemlichkeit existierte. Licht nur in Form von Petroleumlampen, nur eine kleine Waschgelegenheit, das Klo voller Ratten außerhalb des eigentlichen Gebäudes.

In krassem Widerspruch dazu die hellen Räume oben, im Herrschaftsteil, die wunderschöne Treppe. Hier finden heutzutage immer wieder kleine Kunstausstellungen statt. Früher wohnten hier die "Bessergestellten".

Fazit: Selten waren gesellschaftliche Gegensätze der Vergangenheit so offensichtlich zu erleben.

  • Stand des Berichtes: August 2009
Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark