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Neu: Was wid aus Rubjerg Knude?

Engbjerg Kirke erhebt sich weithin sichtbar über das Land zwischen Nordsee und Limfjord.

Engbjerg Kirke

Fährt man von Thyborøn über die Harboøre Tange nach Süden Richtung Lemvig, fällt eine kleine Kirche auf. Diese liegt auf einem Hügel und ist weithin sichtbar.

Es handelt sich um "Engbjerg Kirke". Eine Informationstafel auf Dänisch und Deutsch (!!) klärt uns auf.

Es sei eine der am schönsten gelegenen Kirchen Dänemarks, erfahren wir. Sie und der kleine Friedhof, der sie umgibt, erheben sich über die sonst flache Gegend südlich von Harboøre.

Von hier oben schweift der Blick sowohl zur Nordsee, also auch zum Limfjord. Hier fühlt man sich unwillkürlich dem Himmel näher, was wohl auch die Wahl des Platzes für diesen Kirchenbau erklärt.

Zum Baujahr der Kirche gibt es keine Informationen. Jedoch wird von der Glocke behauptet, es sie noch die Originale aus dem 13. Jahrhundert. Somit kann sie mindestens in diese Zeit datiert werden. Der Chor der Kirche ist romanisch, Schiff und Turm in spätgotischem Stil errichtet. Das lässt auf mehrere Umbauten im Laufe der Zeit schließen.

Leider ist die Kirche zum Zeitpunkt unseres Besuches im Juni 2006 geschlossen, sodass wir zur Innenausstattung nur die Angaben auf der erwähnten Infotafel heranziehen können.

Die Altartafel, eine Holzschnitzerei aus dem Jahre 1607, ziert seit 1896 das Gemälde "Emmaus" von Niels Bjerre. Das kann ich mir gar nicht vorstellen und hätte es mir gerne einmal angesehen.

Niels Bjerre ist ein lokaler Maler des 19. Jahrhunderts. 1864 geboren, verlor er durch eine Krankheit in früher Kindheit einen Teil seines Augenlichts. Als sein bekanntestes Werk wird "Guds Børn" ("Kinder Gottes") genannt, das im Museum in Århus hängt. Es fänden sich aber in vielen Häusern der Gegend Reproduktionen, heißt es.

Auch auf der Infotafel findet sich eine (schlechte) Schwarz – Weiß Kopie. Ich muss gestehen, dass ich mit dem Bild nicht viel anfangen kann. Inwiefern die abgebildeten Personen Kinder Gottes sind, erschließt sich mir nicht. Auf mich wirkt das Ganze nicht nachdenklich oder besinnlich, wie es vielleicht gemeint war, sondern eher depressiv.

Den Malstil empfinde ich als naiv. Vielleicht bin auch ich naiv ;-), aber wie gesagt, für mich ist das nicht so leicht nachzuvollziehen.

Auf der Internetseite des Museums Århus haben wir übrigens eine bessere Darstellung als auf der Infotafel gefunden.

Darüber hinaus ist noch zu erfahren, dass der Gemeindepfarrer Jørgen Andersen Riber der Kirche 1632 einen balusterförmigen Barockleuchter vermacht hat.

Es wäre sicher interessant gewesen, die Kirche von innen zu sehen, um das hier beschriebene selbst zu sehen, aber das ging leider nicht.

Aber auch von außen macht die Kirche etwas her, ihr kleiner Friedhof ist durchaus eine Augenweide. Im Übrigen der erste Friedhof, den wir gesehen haben, mit Klo. ;-)

Folgt man dem ausgewiesenen Weg ein Stück, kann man einen wunderbares Panorama der gesamten Umgebung bewundern. Sanddünen vor der Nordsee, kleine Seen und Dörfer bis zum Limfjord und hinter uns die Kirche majestätisch auf ihrer Anhöhe.

Nur die qualmenden Schornsteine der Cheminova trüben ein wenig das Bild. Aber da kann ja die Kirche nichts dafür ;-).

Unser Fazit: Nicht vorbei fahren, einen Abstecher mehr als wert.

  • Stand des Berichtes: Juni 2006
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