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Der Leuchtturm "Blåvandshuk Fyr" vom Strand aus.

Der westlichste Punkt Dänemarks

Blaue Wasser – das heißt Blåvand auf Deutsch. Der Ort selbst ist, wie sollte es anders sein, hauptsächlich Touristenmagnet.

Entsprechend reiht sich hier ein Geschäft an das andere. Einige Outlets darunter versprechen Schnäppchen. Wir fahren lieber weiter bis zum westlichsten Punkt Dänemarks, dem Blåvandshuk.

Hier erhebt sich ein Leuchtturm und überragt die schäbigen Bunker aus dem zweiten Weltkrieg, die überall die Landschaft verschandeln.

Der Leuchtturm wurde 1888 errichtet und in den Jahren 1899 - 1900 umgebaut, verrät eine Tafel. Er sollte die Schiffe vor dem gefährlichen "Horns rev" (Teufelsriff) warnen. Dies ist eine Sandbank, die sich bis zu 20 Km seewärts erstreckt.

Rund dreißig Meter ist der Turm hoch und seine Besteigung kostet doppelt so viel wie die des Leuchtturms von Lyngvig, nämlich 20,- DKK (rund € 2,80).

Ist aber nicht ganz so beschwerlich. Die Stufen sind nicht in Form einer Wendeltreppe ausgelegt sondern verlaufen immer im Eck. Es gibt Wände links und rechts, was nicht schwindelfreien Menschen recht sein sollte.

Dennoch gelingt durch Fenster immer wieder ein Blick nach unten.

Der Ausstieg auf die Plattform oben ist eine Luke im Boden. Das ist nicht ganz so abenteuerlich wie der Ausstieg in Lyngvig.

Dafür bläst ein kräftiger Wind und eine junge Frau meint, mein Hut würde hier oben nicht lange halten. Da hat sie die Rechnung ohne meinen Hut gemacht ;-). Und ohne die Kapuze meiner Terschelling Regenjacke, die ihn hält.

Das Wetter erlaubt nicht die weiteste Sicht, aber dennoch ist der Blick toll. Man steht hier also am westlichsten Ende Dänemarks, sozusagen am Westpol.

Dennoch ist hier nichts anders als überall in Dänemark, wenn man mal davon absieht, dass weite Gebiete als Übungsgelände der Dänischen Armee dienen. So auch der Zipfel Land, der nun wirklich der westlichste ist.

Man sieht ihn von oben und auch den Zaun davor. Viele Möwen tummeln sich dort, ungestört vor Touristen, die die paar Meter nicht mehr gehen dürfen.

Neben den Schildern sorgen auffällige Blinklichter dafür, dass man die Drohung auch ernst nimmt.

Eigentlich schade, hätte man doch sonst vielleicht auch mit einem Fuß nördlich und dem anderen südlich des westlichsten Punktes im Meer stehen können.

So bleibt für den Weg zum Strand nur das Auf- und Ab gehen entlang eines Sandstrandes wie viele andere in Dänemark auch.

Und vielleicht findet man ein interessantes Strandgut und vielleicht sogar Bernstein, wenn man weiß, wie man ihn im über Nacht angespülten Tang aufspüren kann. Richtige Profis benutzen dazu eine kleine Gartenharke, mit der sie den Tang durchwühlen.

Man kann auch ein paar hundert Meter nach Süden laufen und die Pferde bewundern, die die Dänen den alten Wehrmachtsbunkern „aufgesetzt“ haben.

Zu Fuße des Leuchtturms gibt es noch eine kleine Ausstellung über Horns Rev, die Offshore - Windkraftanlagen in der Nordsee, die nicht weit von hier aufgebaut wurden.

Das ist wirklich interessant, wenngleich es nicht lohnt extra deswegen nach Blåvandshuk zu kommen. Wenn aber das einzige Museum im Ort geschlossen hat, ist das immerhin eine Alternative.

Kurz und Gut: Man war (fast) am westlichsten Punkt Dänemarks. Mehr aber auch nicht.

  • Stand des Berichtes: August 2008
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