zusammenaufreisen.de v2.1

Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Kathedrale "St. Tugdual"

Die Kathedrale St. Tugdual in Tréguier zählt ohne Frage zu den schönsten Sakralbauten der Bretagne.
Und ist auch einer der ältesten und dabei am besten erhaltenen. Die Kathedrale wurde im 14. und 15. Jahrhundert an der Stelle einer Romanischen Kapelle aus dem 11. Jahrhundert errichtet. Von dieser ist nur der Turm Hastings erhalten.

Er fällt schon beim Betrachten der Kirche von außen auf. Durch die romanischen Bögen und die andere Farbe des Gesteins, aus dem er gebaut ist. Besonders interessant ist, dass er auch im Innern der Kirche deutlich zu erkennen ist.

St. Tugdual verfügt insgesamt über drei Türme: Den schon erwähnten Turm Hastings, einen gotischen Vierungsturm und den neugotischen Südturm von 1785 (oberhalb Porche des Cloches) mit einer alles überragenden 63m hohen Kirchturmspitze.

Dieser Turm wurde beim Sturm "Lothar" im Dezember 1999 sehr stark beschädigt und wurde dann bis zum Oktober 2002 neu aufgebaut. Da dabei eine Pariser Lotterie geldgebend mitwirkte, weist seine Haube Spielkartenmotive auf.

Im Innern der Kirche ist man zunächst von der Größe regelrecht erschlagen. Die Bögen in den Querschiffen sind bis zu 18m hoch. Aber die Kirche ist auch ziemlich hell, wozu ihre vielen Bleiglasfenster beitragen. Das berühmteste wohl das über der Eingangstür "Porche des Cloches".

Von Bedeutung ist auch der Kreuzgang, der aus dem 15. Jahrhundert stammt und hervorragend erhalten ist. Man kann ihn und den Kirchenschatz zu einem Gesamtpreis von 4,- € pro Person besichtigen.

Der Kreuzgang hat eine quadratische und dennoch unregelmäßige Form. Zwar sind die Kapitellen rund um den Gang sehr gleichmäßig und er gilt deswegen als harmonisch. Jedoch sind im Nordgang 17 Kapitellen enthalten, im Südgang aber nur 5. Das liegt daran, dass der Kreuzgang hier an das Münster angrenzt und dessen Außenfront in den Kreuzgang eingearbeitet ist.

Der Kreuzgang wurde 1911 restauriert, was sicherlich auch seinen Erhaltungszustand erklärt. In die Wand sind an verschiedenen Stellen alte Steine unbekannter Herkunft eingearbeitet worden.

Der Kreuzgang wurde früher während des Jahrmarktes an Händler vermietet. Heute fallen hier Liegestatuen auf, die in den Gang gestellt wurden. Sie sind nicht immer hier gewesen sondern wurden 1920 hierher gebracht, weil ihnen an ihren ursprünglichen Orten Zerstörung drohte.

Der Weg der Mönche führte über den Kreuzgang und eine heute zugemauerte Tür in das Münster.  Daneben die Wappen der drei Herzöge, die die Kirche bauen ließen.

Wer mag, kann auch einen Blick in den "Trésor", den Kirchenschatz werfen. In dem kleinen Raum mit etwas schlechter Luft türmen sich Fahnen, Umhänge, alte Bücher, Noten und andere Insignien.

Auf einer Wandtafel sind Phasen des Wiederaufbaus des Kirchenturms dokumentiert, nachdem dieser am 26. Dezember 1999 durch einen Sturm ("Lothar") stark beschädigt worden war.

Angeblich befindet sich hier auch der Schädel von St. Yves, der jedes Jahr im Mai bei einem Pardon durch die Straßen von Tréguier getragen wird. Zu diesem Anlass treffen sich Juristen aus aller Welt, um ihren Schutzpatron zu würdigen.

Sein Grabmal im Seitenschiff der Kirche ist auch eines der auffälligsten Elemente. Es handelt sich allerdings um einen Nachbau aus dem 19. Jahrhundert, nachdem das Original in der französischen Revolution zerstört worden ist. Es ist mit Danksagungen und Gedenktafeln regelrecht überhäuft, die Verehrung von St. Yves ist hier ein zentraler Bestandteil des Lebens.

Fazit: Eine Kirche der Kategorie "Muss man gesehen haben."


Weiterführende Links
  • Stand des Berichtes: August 2007
Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark