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Museum "Ernest Renan"

Der Schriftsteller Ernest Renan wurde 1823 in Tréguier geboren. In seinem Geburtshaus in der Straße, die heute Rue Ernest Renan heißt, hat die Stadt ihrem großen Sohn ein Museum eingerichtet.

Renan studierte zunächst Theologie, brach das Studium aber später ab, weil ihm Zweifel am historischen Hintergrund der Heiligen Schrift gekommen waren. Er unternahm mehrere Reisen, vor allem in den Nahen Osten.

Unter ihrem Eindruck entstand auch sein Hauptwerk, das 1863 erschienene "Das Leben Jesus", indem er versuchte, Jesus als Menschen seiner Zeit darzustellen, der erst nach seinem Tod von seinen Anhängern zum "Gott" erhoben wurde.

Dieser Ansatz machte ihn nicht unbedingt beliebt. Besonders in der tief katholischen Bretagne hatte man für solcherlei Ansichten kein Verständnis. Als 1903, 11 Jahre nach seinem Tod, in Tréguier ein Denkmal für ihn errichtet wurde, kam es gar zu gewalttätigen Ausschreitungen, die durch Polizeikräfte beendet werden mussten.

Diesem Ereignis widmet sich bei unserem Besuch eine Sonderausstellung in einem eigenen Raum.

1869 tritt er für die Radikalen unter dem Motto "Keine Revolution, kein Krieg, Fortschritt und Freiheit" zu den Parlamentswahlen an. 1878 wird er Mitglied der Académie français und stirbt schließlich 1892 in Paris.

Dies alles sind Fakten, die man in dem kleinen Museum erfahren kann. Darüber hinaus versucht es, uns den Menschen Renan näher zu bringen.

Man sieht viele Gegenstände aus seinem Umfeld, besonders Zeichnungen seiner Kinder, seine Bibliothek aus Paris.

Über eine steile, krumme Treppe erreicht man eine kleine Dachgeschosskammer. Sie ist sein Studienzimmer aus Kindertagen. Viel steht nicht drin, sein Schulpult, wieder Bilder, an der Wand hängt ein Zopf aus seiner Kinderzeit.

In einer Vitrine liegen, kaum noch zu entziffern, seine Zeugnisse aus der 6. Klasse von 1834.

Auch der Hof des Hauses mit einem kleinen Garten kann besichtigt werden. Inwiefern dieser allerdings dem Zustand entspricht als Renan hier lebte, bleibt uns verborgen.

Schade, dass sämtliche Beschriftungen und Texte ausschließlich auf Französisch sind. Auch ein englisches oder gar deutsches Begleitmaterial, wie in vielen Museen üblich, gibt es nicht.

Fazit: Für Interessierte am Leben dieses umstrittenen Mannes sicherlich ein Muss, ansonsten ein gutes Ziel für Regentage.

  • Stand des Berichtes: August 2007
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