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Kleidung und Trachten des Trégor findet man im "Musée du Costume"

Musée du Costume

In diesem Museum werden Trachten, Kleidung aber auch Einrichtung aus der Gegend Trégor und Goëlo gezeigt.

Es ist recht unscheinbar in einem kleinen Haus nahe des Stadtzentrums untergebracht. Im unteren Stockwerk befindet sich die Nachbildung eines typischen Wohnraums aus der Zeit um 1900.

Ein großer Tisch bildete das Zentrum des Wohnraumes. Seine Auszüge links und rechts wurden nicht nur als Aufbewahrungsort für Brot sondern auch als Schlafstelle für ganz kleine Babys genutzt. Eine Feuerstelle, Bänke, Stühle, Schränke gehörten ebenso dazu wie ein oder mehrere Betten.

Diese waren abgeteilt. Hier mit Vorhängen, im Finistère und in Morbihan auch mit dekorativen Türen. Damit sollte zum einen etwas Privatsphäre in dem großen Raum gewahrt bleiben, zum anderen wärmte der Vorhang zusätzlich.

Die Betten waren recht klein, das hier ausgestellte nur 1,60 m lang. Die Menschen schliefen in zusammengerollter Position, weil sie glaubten, eine voll ausgestreckte Schlafposition wäre die Stellung des Todes.

Es gab oft mehrere Betten im Raum, wobei sich mehrere Kinder immer eines teilen mussten.

Trotz ihrer Armut waren die Menschen sehr gastfreundlich. So war auf dem Tisch immer ein Gedeck mehr aufgetragen, für einen möglichen Gast.

Einen interessanten Blick auf die Zeit gestattet auch der Blick auf die Hochzeitsmode jener Zeit. Was zunächst auffällt: Alles schwarz. Warum aber schwarze Hochzeitskleider?

Das hängt damit zusammen, dass durch die schweren Zeiten der Islandfischer mit über 2000 Toten die Frauen immer wegen irgendeines Familienmitgliedes in Trauer waren und schwarz trugen. Dem wollte man dann auch während der Hochzeit Rechnung tragen.

Die Männer trugen einen Anzug wie er in den Städten damals üblich war zusammen mit einem speziellen Hut.

Womit wir bei den Kopfbedeckungen wären. Die Bretagne ist ja bekannt für ihre Hauben ("Coiffe"), die die Frauen dort trugen und zum Teil heute noch tragen.

Nicht nur, dass im Grunde jede Gegend und jeder Ort eigene Hauben besaß, auch für die unterschiedlichsten Gelegenheiten wurden unterschiedliche Hauben getragen. Sei es für die tägliche Arbeit, im Sommer, im Winter, Sonntag oder zu besonderen Anlässen.
Aber auch weitere Kleidung wird vorgestellt: Die Schuluniform bis nach dem zweiten Weltkrieg, spezielle Mäntel und Anzüge, die jeweils für bestimmte Anlässe bestimmt waren.

Eine besondere Zeremonie war mit der Geburt eines Babys verbunden: Ungefähr 8 Tage nach der Geburt ging die Mutter mit ihrem Neugeborenen zur Kirche um den Segen des Priesters zu empfangen. Dazu trug sie einen speziellen seidenen Umhang.

Für diesen Anlass wurde ein besonderer Kuchen gebacken, von dem sie dem Pfarrer das erste Stück anbot ("Gateau de Savoil"). Dies war auch die Gelegenheit, das Kind allen Bekannten und Verwandten "offiziell" vorzustellen.

Für den Rundgang erhält man ein Informationsblatt, auch in deutsch oder englisch. Auch hier ist es so, dass dieses Blatt eigentlich das Interessanteste ist, denn es erklärt wichtige Zusammenhänge. Ohne dieses Wissen versteht man die einzelnen Exponate nicht wirklich.

Beschriftungen an den Exponaten sind eher sparsam und wenn dann nur in französischer Sprache. Gerade vor der Vitrine mit den Hauben steht man dann etwas verloren und weiß nicht viel damit anzufangen.

Fazit: Einen Besuch wert, wenn man in der Gegend ist.

  • Stand des Berichtes: August 2007
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