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Saint Malo

St. Malo - Korsarenstadt

"Die Männer von Saint Malo". So hieß vor langer Zeit mal eine Fernsehserie, in der es, wie sollte es anders sein, um die Korsaren von Saint Malo und ihre Abenteuer ging. Und in der Tat, wo immer dem Touristen Saint Malo schmackhaft gemacht wird, ist von der Korsarenstadt die Rede.

Aber wer oder was verbirgt sich wirklich hinter den Korsaren?

Es gibt verschiedene Deutungen für dieses Wort, das sich vom französichen "la course", die Kaperfahrt, ableiten soll. Wie es hier gemeint ist, bezeichnet es "legale" Piraten. Legal, weil sie von ihrer Regierung per Kaperbrief ermächtigt wurden, Schiffe gegnerischer Länder aufzubringen. Andere Quellen verwenden für diese Art der Piraterie den Begriff "Freibeuter" und meinen mit Korsaren sowohl Freibeuter als auch Piraten, die im Mittelmeer operierten.

Einigen wir uns auf den Begriff "Korsaren", weil er in Saint Malo selbst auch gebraucht wird. In diesem Sinne waren Korsaren Soldaten in einem legitimen Krieg. Das ging übrigens sogar so weit, dass gefangene Korsaren als Kriegsgefangene behandelt wurden.

Die Ziele der Korsaren von Saint Malo waren vor allem englische Schiffe. Das verwundert nicht, denn sowohl die Malouinen (so nennt man die Einwohner Saint Malos) als auch die französische Krone betrachteten England als ihren Hauptfeind. Kein Wunder, haben die Engländer doch im Laufe der Geschichte mehrfach versucht, Saint Malo einzunehmen: 1693, 1695 und 1758 gleich zwei mal.

Der Höhepunkt des Korsarentums in St. Malo lag im 18. Jahrhundert. Im Kampf um französischen Einfluss und Vorherrschaft in Europa waren die Korsaren eine willkommene Unterstützung. Nicht nur dass sie den Feind schwächten und seiner Schätze beraubten, sie führten der Königlichen Kasse auch beträchtliche Beträge zu, denn natürlich verdiente der König an jeder Aufbringung.

Die malouinischen Seeleute waren zugleich normale Reeder und Korsaren. In Friedenszeiten verdienten sie ihr Geld mit Handelsschifffahrt und Fischfang, im Krieg zogen sie los und kaperten Schiffe.

Es gibt eine Reihe berühmter Namen, die in diesem Zusammenhang zu erwähnen sind. So z.B. Robert Surcouf, der letzte große Korsar von Saint Malo, der seinen Ruhm mit der Aufbringung der "Kent" im Jahre 1800 begründete.

Oder, fast 100 Jahre vor ihm, René Duguay-Trouin. Er hat es fertig gebracht, 1711 mit einem Geschwader von 17 Schiffen Rio de Janiero zu belagern und Lösegeld in Form von Gold und Zucker zu erpressen. Bezeichnend, das die französische Marine heute noch eine Fregatte nach ihm benannt hat.

Korsarentum gab es natürlich nicht nur in Frankreich. Auch die Regierungen von z.B. England, Spanien und Amerika stellten im Laufe der Geschichte Kaperbriefe aus. Nur: Saint Malo kennt man eben besser.

  • Stand des Berichtes: Juli 2002
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