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Blick auf Überlingen mit Münster St. Nikolaus und Greth vom Bodensee aus.

Erste Begegnung mit Tauchern in Überlingen

Bereits bei unserem ersten Spaziergang entlang der Uferpromenade am Heiligabend 2005 begegnen uns die ersten Taucher. Zuerst fallen uns ein paar Kreise und Blasen im Wasser auf, die sich bald als Taucher entpuppen. Während wir noch überlegen, wie kalt das wohl sein muss, erhalten wir bald Gelegenheit, nachzufragen, denn die Taucher kommen an Land.

Es handelt sich zunächst um einen Mann und eine Frau. Die Frau im Nassanzug bei 4° kaltem Wasser, der Mann im Trockenanzug ist da wesentlich besser dran. Er meint, er kann damit ca. 45 Minuten im Eiswasser bleiben, das sei "kein Problem".

Die Frau erklärt, sie sei sonst nur von März bis Oktober im Wasser, aber das heute sei das Weihnachtstauchen, da mache sie mal eine Ausnahme. In dem kalten Wasser ohne Algen u.ä. ist die Sicht auch sehr gut. Andere Taucher der Gruppe haben Fotos gemacht und dank Digitaltechnik sehen sie sich die, noch im Wasser stehend, an. Hoffentlich vergessen sie darüber nicht das Aussteigen, denn ansonsten wird es schnell gefährlich kalt.

Wir erfahren noch, dass die Taucher eine Homepage haben und zwar: www.tauchteam.org. Da können wir ja nach unserer Rückkehr mal reinschauen.

Weihnachtstauchen in Überlingen

Das offizielle Weihnachtstauchen findet jedes am Jahr am 26.12. und immer am Landungsplatz statt. Dort kann man normalerweise wegen des Schiffsverkehrs nicht tauchen. Heute ist eine Ausnahme und nur deswegen können einige Ziele im Wasser aufgesucht werden.

Am Dreikönigstag findet dann das erwähnte Schatztauchen statt. Dabei wird eine Schatzkiste in der Nähe (oder im) großen Hafen von Überlingen platziert, die dann gefunden werden muss. Dies sei eine lustige Abwechslung.

Die Taucher haben Stände aufgebaut, an denen es Glühwein aber auch Tee und etwas zu essen gibt. Auch ein Infostand ist dabei, der solche Fragen klärt wie "Was sieht man denn eigentlich unter Wasser?".

An der Promenade lehnt eine Leiter ins Wasser und der Einstieg ist mit einer blau weißen Fahne gekennzeichnet.

Es sind auch schon Taucher im Wasser, wie es heißt. Bald darauf erscheinen einige Weitere, die sich ins kalte Nass stürzen.

Wobei das mit dem Stürzen natürlich nicht ganz stimmt. Einige springen zwar wirklich rein, aber bis dann die Brillen und Automaten richtig sitzen vergeht doch einige Zeit.

Wir kommen mit den "Aufpassern" am Einstieg ins Gespräch. Der austragende Club heißt "Bodensee Aquanauten Team Überlingen e.V.". Das Clubgelände befindet sich hinter der Bodenseetherme.

Es ist auch fast egal, ob man im Winter oder Sommer taucht, da das Wasser im Bodensee fast immer 4° C hat. Im Winter ist die Sicht sehr gut, weil das Wasser keine Algen oder andere Schwebeteilchen hat. Im Sommer hingegen sind Einstieg und Ausstieg deutlich angenehmer.

Wir erzählen von unseren "Tauchbekanntschaften" vom 24.12. Dass die Frau im Nassanzug getaucht ist, sei ungewöhnlich. Heutzutage werden doch meist Trockenanzüge benutzt, bei denen nur das Gesicht nass wird. Kalt wird es natürlich trotzdem, aber man bleibt trocken.

Der Bodensee ist im Überlinger See bis zu 150 m tief, wobei die Taucher natürlich nicht so tief gehen. Was gibt es zu sehen? In erster Linie Muscheln und mit Muscheln bewachsene alte Gegenstände. Auch einige Wracks, z.B. ein Kieslaster, der beim Bau der Uferpromenade gesunken ist oder ein Lehmfrachter dessen Alter nur mit "archäologisch" angegeben wurde.

Es gibt auch Fische natürlich, allerdings jetzt im Winter nicht so viele. Einen Hecht hat einer der Taucher gesehen. Aber im Herbst sind z.B. viele Saiblinge da, auf 35 m Wassertiefe, einen halben Meter lang und mit rotem Bauch.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt waren schon 37 Taucher im Wasser, im Moment sind noch 9 drin. Die Tauchzeit bewegt sich zwischen 25 Minuten (Minimum) und 1 Stunde 5 Minuten (Maximum), wobei 40 – 45 Minuten ein gutes Mittel darstellen.

Alle Taucher werden vor dem Einstieg registriert um ständig den Überblick zu haben, wer noch im Wasser ist. Beim Sturm "Lothar" war das auch sehr gut, denn so wusste man genau, dass noch zwei Taucher im Wasser waren (die dann auch heil das Ufer erreichten).

Wie orientiert man sich eigentlich unter Wasser? Zum einen anhand des Kompasses, ansonsten, wenn es eine Kante gibt, ist es auch relativ einfach. Wenn es hin z.B. rechts runter und links rauf geht, muss es zurück genau andersherum sein. Man schwimmt eine gewisse Zeit in die eine und dann wieder in die andere Richtung. Darüber hinaus gibt es "Orientierungspunkte", seien es Steine oder irgendwelche auffälligen Gegenstände. Zuletzt bleibt natürlich noch die Sichtkontrolle.

Der Bodensee hat gerade sehr wenig Wasser? Das hat er im Winter immer. Aber dieses Jahr (2005) ist es ganz besonders wenig. Das liegt wohl daran, dass im letzten Jahr wenig Schnee gefallen war und die Schneeschmelze praktisch fehlte.

So erfahren wir doch eine ganze Menge über diesen interessanten Sport und das alles ohne uns die Füße nass zu machen.

  • Stand des Berichtes: Januar 2006
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