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Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Tour Atmosphäre pur am Dobel, scherzhaft auch "L'Alpe du Dobel" genannt.

"Côte de Dobel", Bergwertung der dritten Kategorie

Samstag, 9.07.05. Wir sind um 4.45 Uhr in Herrenberg gestartet und erreichten Dobel um kurz vor 6.°° Uhr. Eine Woche zuvor hatten wir uns einen Platz ausgesucht. In der Nähe eines Grillplatzes, kurz vor der Bergwertung der dritten Kategorie, wo die Strasse einen Knick machte und es außerdem bergauf ging, in der Hoffnung, dass die Radrennfahrer dann nicht gar so schnell vorbei sind.

Als wir ankamen, parkten schon viele Fahrzeuge links und rechts am Straßenrand, an Stellen, wo man es sich kaum vorstellen kann zu parken, d.h. ein Rad links und eins rechts vom Graben. Wir hatten ja schon damit gerechnet, nicht die ersten zu sein, aber dass schon so viele da waren...

Wir fanden dennoch einen Parkplatz gleich neben der Straße in einem kleinen Waldweg. Gegenüber hatte der Verein "Schwabentor" einen Ausschank eingerichtet. Musik schallte von dort herüber. Wir fühlten uns angekommen.

Bis jetzt blieb alles noch recht überschaulich.

Das Feld der Fahrer war für ca. 12:05 Uhr avisiert. Das bedeutete noch ca. 6 Stunden Wartezeit.

Nach und nach kamen immer mehr Menschen. Man begrüßte sich freundlich, so nach dem Motto: Na auch hier, mal gespannt, was da so alles abgeht.

Schließlich gesellten sich drei Amerikaner mit ihren Harleys zu "unserer" Gruppe. Sie malten Plakate für Lance Armstrong: "#7" (Siebter Toursieg) und "Go Lance". Dass sich umliegende Jan Ullrich Fans die übrigen Blätter griffen und mit entsprechenden "Gegensprüchen" versahen, störte sie überhaupt nicht.

Zwei Jungs hatten ein Kreidebild mit T-Mobile Trikot auf die Strasse gemalt. Das war so gut, dass die beiden für eine Regionalzeitung interviewt wurden.

Kurzum: Eine Rivalität beider Lager war überhaupt nicht zu spüren. Im Gegenteil, alle verstanden sich hervorragend und wir hatten unheimlich viel Spaß miteinander. Das ist bei Sportveranstaltungen bekanntermaßen nicht selbstverständlich.

Auch unser Standort füllte sich zusehends mit Zuschauern und wir begannen zu ahnen, dass wir vielleicht doch keinen so guten Blick auf die Straße haben würden.

Die Werbekaravane eröffnete dann das eigentliche Ereignis "Tour de France". Zuerst kamen Kleintransporter, von denen T-Shirts und Schirme verkauft wurden. 15,- € für das "Offizielle Kit der Tour de France", wie es hieß. Dahinter verbarg sich ein T-Shirt, eine Mütze, ein Filzstift und ein Beutel, alles in Gelb gehalten. Ein solcher Beutel hatte übrigens Lance Armstrong 2003 zu Fall gebracht, als er sich mit seinem Lenker darin verfing.

Bei der Vorbeifahrt der Werbekaravane wähnt man sich eher auf irgendeiner Karnevalsveranstaltung als bei der Tour de France. Nur dass die Karawane sehr viel schneller fuhr. Klar, musste sie auch, denn sie sollte ja nicht gerade von einer Spitzengruppe eingeholt werden ;-).

Die ersten Zeugen des Fahrerfeldes waren die Hubschauber. Und dann ging es los, Materialwagen kamen und auf einmal ein Riesenjubel, als der erste Fahrer den Berg hoch gefahren kam. Das war übrigens der Däne Mikael Rasmussen vom niederländischen Rabobank Team. Er sollte sich an diesem Tag das Bergtrikot holen und am nächsten Tag die Etappe gewinnen.

Dann einer nach dem anderen, man konnte gar nicht so schnell schauen. Und nach 5 Minuten war der ganze Spuk auch schon vorbei.

Es ist ein ganz anderes Erlebnis als vor dem Fernseher, so mittendrin die Stimmung an der Strecke zu erleben. Über den Rennverlauf erfährt man natürlich nichts, man erlebt quasi nur eine Momentaufnahme des Rennens.

Dennoch, es war schön, dies einmal gesehen zu haben, das ganze Drumherum miterlebt zu haben. Alles in Allem hat es sich absolut gelohnt, war interessant und aufregend.

  • Stand des Berichtes: Juli 2005
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