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Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Tour Atmosphäre pur am Dobel, scherzhaft auch "L'Alpe du Dobel" genannt.

Was passierte wann?

Auf dieser Seite wollen wir versuchen, die Zeit an der Strecke für euch nachzuvollziehen. Was passierte wann, wann ging es los und wie schnell war alles vorbei?

Die Anmerkungen zu den einzelnen Fahrern haben wir natürlich erst im Nachhinein verfasst. Direkt an der Strecke hatte man nur Sekunden, um die Fahrer zu erkennen. Und dann kamen ja schon die Nächsten...

Leider ist dieser Beitrag jetzt etwas lang, aber wir wollten ihn nicht auseinanderreißen und bitten deshalb um Verständnis.

05:55
Wir treffen an der Strecke ein. Schon jetzt ist es schwer, einen Parkplatz zu finden. Vom Ausschank gegenüber hören wir Musik.
06:00
Erste Strassenmalereien entstehen.
06:08
Die ersten Plätze entlang der Strasse werden belegt und im Liegen gehalten :-).
06:55
Die Sonne kommt über die Baumwipfel. Bei den bisherigen ca. 4° tut das gut.
06:58
Ein Fahrzeug der Polizei bringt Absperrgitter. Glücklicherweise werden die aber nicht bei uns aufgebaut.
07:30
Die ersten Technikfahrzeuge mit dem Emblem der Tour tauchen auf. Was genau sie transportieren, bleibt uns aber unklar.
07:50
Auch die Plätze am Rande der Strecke beginnen sich zu füllen.
07:53
Drei Amerikaner mit ihren Motorrädern (zwei Harleys darunter) treffen an unserem Platz ein.
08:04
Eine Stunde früher als angekündigt werden die Zufahrtsstraßen gesperrt. Das ist auch bitter nötig, denn immer mehr Fahrzeuge kommen die schmale Strasse hinauf. Und bis zum Rennen müssen die alle irgendwo hin.
08:16
Die Amerikaner an unserem Platz beginnen, Plakate für Lance Armstrong zu malen.
08:19
Die Polizeikräfte werden verstärkt. Man bemüht sich, der Flut der Menschen Herr zu werden und das Fahrverbot auf der Strasse durchzusetzen.
08:20
Der erste Polizeihubschrauber am Himmel.
08:23
Ein weiteres Technikfahrzeug der Tour taucht auf und wird bei uns hingestellt. Ob es irgendeine Aufgabe erfüllt, wissen wir nicht. Auf jeden Fall dient es als Tribüne.
08:28
Die Amerikaner haben ihre Plakate zu Ende gemalt.
08:44
Mit den übrigen Blättern haben Jan Ullrich Fans entsprechende Gegenplakate gemalt :-).
09:15
Es wird langsam unübersichtlich. Immer mehr Schaulustige postieren sich am Strassenrand. Durch das immer enger werdende Spalier fahren weiter Autos und auch viele Freizeitsportler, die die Strecke selbst mit dem Rad bezwingen wollen.
09:25
Weitere Technikfahrzeuge fahren an unserer Stelle vorbei.
09:45
Die ersten Vorboten der Werbekaravane: Der Verkauf von T-Shirts, Mütze, Bärchen, Filzstift und Tasche, alles in Gelb natürlich, beginnt. Das "offizielle Kit der Tour de France" für 15,- €.
10:04
Zwei Jungs haben ein T-Mobile Shirt auf den Asphalt gemalt und werden dazu von der Lokalpresse interviewt.
10:09
Der nächste Verkaufsschlager: Gelbe Schirme in zwei Größen für 6,- bzw. 8,- €.
10:17
Ein erstes Motorrad der Gendarmerie taucht auf. Das sind die Jungs, die sich immer auf Verkehrsteiler und ähnliche Hindernisse stellen um die Fahrer zu warnen. Außerdem fährt eine Gruppe von Jungen, die "Les Cadets Juniors" auf ihren Fahrrädern vorbei. Alle Achtung, die sind auch nicht langsam!
10:29
Die Straßenränder haben sich gefüllt. Es gibt kaum noch freie Plätze. Auf der Strasse dürfen jetzt keine Fahrzeuge mehr fahren und sogar Radfahrer werden aufgefordert, nicht mehr nach unten zu fahren. Die Zuschauer werden (umsonst) aufgefordert, hinter die weiße Linie zurückzutreten.
10:35
Ein Streckenfahrzeug verkündet: "Fin d'usage privatif". Von jetzt an ist die Strasse praktisch gesperrt. Kurz darauf erscheint das erste Fahrzeug der Werbekaravane.
10:39
Die Werbekaravane rollt weiter. Jetzt fahren auch "Hilde" und "Ulle" vorbei. Das sind ein alter VW Bus und ein VW Käfer in den T-Mobile Farben.
10:58
Das letzte Fahrzeug der Werbekaravane fährt an uns vorbei. Jetzt heißt es noch einmal warten. Diesmal nun aber wirklich auf die Fahrer.
11:17
Die Dächer umliegender Wohnmobile und auch das Dach eines Buswartehäuschens werden von Zuschauern in Beschlag genommen. Erste Pressefahrzeuge passieren den Abschnitt in dem wir stehen.
11:19
Die haben es gut: Eine Hebebühne eines Wagens des Straßenbauamtes dient als 1a Beobachtungsplattform.
11:27
Selbst Verkehrsschilder werden erklettert.
11:30
In Pforzheim wird die Etappe mit dem neutralisierten Start begonnen.
11:41
Einige voraus fahrende Begleitfahrzeuge tauchen auf. Die Spannung wächst. Die Fahrer waren für die Zeit zwischen 11:55 und 12:05 angekündigt.
12:01
Am Himmel taucht ein Zeppelin auf. Das Dröhnen der Hubschrauber zeugt zudem vom herannahenden Fahrerfeld.
12:07:42
Plötzlich ertönt Jubel. Der momentane Spitzenreiter taucht auf. Es ist der Däne Mikael Rasmussen vom niederländischen Team Rabobank. Das erfahren wir allerdings erst später. Er wird diese und die drei folgenden Bergwertungen der dritten Kategorie gewinnen und sich in diesem Tag das Bergtrikot, das im Moment noch Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner trägt, holen. Fabian sehen wir später ziemlich weit hinten im Feld.
12:07:52
Die Verfolgergruppe mit Jens Voigt (CSC) und George Hincapie (Discovery) schießt vorbei. Die Gruppe hält bis hinter die vierte Bergwertung und wird dort von T-Mobile gestellt. Einen Tag später lassen T- Mobile und Discovery Jens Voigt fahren und so kann er, mit Unterstützung von Christophe Moreau (Crédit Agricole), das Gelbe Trikot erobern.
12:08:24
Lance Armstrong und an seinem Hinterrad Jan Ullrich fahren vorbei. Am Ende dieses Tages wird das Team von Lance Armstrong überraschend in Schwierigkeiten geraten. Am letzten Berg, einem der zweiten Kategorie, ist der Meister plötzlich alleine und muss sich der Angriffe von Winokurow und Klöden (beide T-Mobile) erwehren. Andreas Klöden wird die letzte Bergwertung gewinnen und die Etappe denkbar knapp (mit ca. 9mm laut Zielfoto) verlieren. Die Etappe gewinnt Pieter Weening (Rabobank).
12:08:28
Christophe Moreau (Crédit Agricole), der morgen mit Jens Voigt zusammen ausreißen wird, kommt vorbei.
12:08:44
Der erste Teil des Feldes mit den schnellen Leuten ist durch. Es folgen jetzt vor allem die Sprinter und diejenigen, die z.B. aufgrund von Stürzen nicht so schnell sind.
12:08:56
Robbie Mc Ewen (Davitamon Lotto) taucht auf. Der ruppige und nicht unumstrittene Sprinter wurde auf der dritten Etappe dieser Tour distanziert, weil er sich den Weg gegen Stuart O'Grady (Cofidis) allzu forsch mit seinem Kopf frei machen wollte.
12:09:18
Tom Boonen, Träger des Grünen Trikots und glorreicher Tagessieger der Abschnitte 2 und 3 erreicht unseren Standort. Nach einigen Stürzen ist er leicht lädiert und wird sich heute ins Ziel quälen.
12:09:36
Robert Förster (Gerolsteiner) fährt hinter einem Materialwagen von Discovery her.
12:09:42
Erik Dekker (Rabobank) fährt vorbei. Er wird heute noch einen Ausreissversuch unternehmen. Bei der dritten Etappe war er negativ aufgefallen, weil er, in Führung liegend, eine Trinkflasche auf die Fahrbahn warf. Glücklicherweise rollte die weg und niemand wurde behindert.
12:09:56
Die Materialwagen der Teams fahren vorbei.
12:10:06
Peter Wrolich (Gerolsteiner) ist auf unserer Höhe. Er hat auf der dritten Etappe einen hervorragenden zweiten Platz belegt, profitierte dabei allerdings von der Distanzierung von Robbie Mc Ewen. Eigentlich sollte er den Sprint für Robert Förster anfahren. Der war aber nicht gut genug nachgekommen und so ist er halt selber durchgezogen
12:10:08
Noch ein Pechvogel: David Zabriskie (CSC). Der Sieger des Eröffnungszeitfahrens war beim Mannschaftszeitfahren von Tour nach Blois kurz vor dem Ziel gestürzt. Heute wird er kurz vor dem Besenwagen ankommen und morgen das Rennen aufgeben. Schade, aber ein hoffnungsvolles junges Talent, von dem wir hoffentlich noch viel hören werden.
12:10:36
Angelo Furlan, Sprinter im Team Domina Vacanze, macht aus seinem (fast) letzten Platz im Fahrerfeld ein Späßchen und lässt sich vom Beifall der Massen den Berg hochtreiben.
12:10:58
Das zweite Arztfahrzeug kündigt das nahe Ende des Feldes an. Kurze Zeit später wird das die Kolonne abschließende Polizeifahrzeug den Zauber der Tour an dieser Stelle beenden.
12:14
Die Massen beginnen sich aufzulösen. Im Moment bewirkt das allerdings nur, dass die Strasse voll ist, ein Durchkommen ist nicht möglich und wir werden erst 3 Stunden später zu Hause sein. Aber egal. Das war schon ein Erlebnis, das man mal mitgemacht haben muss.
  • Stand des Berichtes: Juli 2005
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